Alaska, 13. Bericht

6.8. – 6.9.2018

Bis unsere Freunde kamen, hatten wir noch zwei Wochen Zeit. Wir überlegten lange, ob wir nochmals so eine verrückte Strasse wie den Dempster befahren sollten? Es gibt in Alaska den Dalton Highway, der der Pipeline entlang bis zur Prudhoe Bay hochgeht. So richtig Lust verspürten wir nicht mehr, schlossen es aber auch nicht kategorisch aus. Aber nördlich von Fairbanks gibt es drei weitere Strassen und alle enden bei Hotsprings! Bei diesen kühlen Temperaturen genau das Richtige! Die Chena Hot Springs würden wir mit Nicole und Roger besuchen, so führte unser erster Weg nach Circle. Circle heisst so, weil die Leute, die den Ort gründeten meinten, sie seien am Polarkreis (Arctic Circle), welcher in Wirklichkeit 80 km weiter nördlich ist. Der Weg dorthin führt über zwei Pässe und bei beiden lässt sich gut wandern. Da der Regen kurzzeitig aufgehört hatte, stiegen wir den ersten Berg hoch. Die Wiesen rundum waren sumpfig, der Wanderweg ging über Holzbretter. Klar, dass die auch nass waren, und dementsprechend rutschig, was mir auf dem Rückweg zum Verhängnis wurde! Beim zweiten Pass verzichteten wir auf einen Spaziergang, bestaunten aber die vielen Karibus, die auf den Berghängen ästen. Wir fuhren den Berg hinunter, an dem Abzweiger zu den Hot Springs vorbei bis zum Ende der Strasse am Yukon River. Eigentlich hätten wir dort übernachten wollen, aber eine Dame erzählte uns, dass im Haus nebenan eine Gedenkfeier stattfand und es wohl die ganze Nacht hoch hergehen würde mit Musik und Tanz. Wir lernten auch gleich den Sänger der Musikgruppe kennen. Peter steht auf Elvis und singt so falsch, dass das nur mit einigen Bieren erträglich ist! Das dachten sich die Gäste wohl auch und bereiteten sich entsprechend auf den Abend vor! Die meisten Abdankungs-Besucher waren mit dem Motorboot angereist. Entweder den Yukon aufwärts, oder den Yukon abwärts. Wir merkten, dass wir hier am Flussufer wohl keine ruhige Minute hätten und verzogen uns. Wir fanden einen netten Ort zum Schlafen, ganz alleine an einem anderen Fluss etwas ausserhalb des Dorfes.

Am nächsten Tag fuhren wir zu den Hot Springs, von denen wir in keinem Reiseführer etwas geschrieben fanden. Na, kein Wunder, die gibt es gar nicht mehr! Enttäuscht machten wir uns auf den Rückweg über die Berge. Eine Wanderung wollten wir ja noch machen und bestimmt wären all die Karibus wieder versammelt! Als wir den Pass hochfuhren, hatte es viel mehr Verkehr als tags zuvor. Und auf allen kleinen Feldwegen waren Quads unterwegs. Von den Karibus aber keine Spur mehr! Als wir auf der Passhöhe auf den Parkplatz fuhren, war der von Campern und Quads geragelt voll und die Besitzer trugen allesamt Jägerlook! Wie wir später erfuhren, hatte an diesem Samstag die Karibu-Jagd begonnen. Die Quads waren alle mit Gewehrskoffern ausgerüstet und die Motoren machten soviel Lärm, dass es uns nicht verwunderte, dass die Karibus das Weite gesucht hatten! Uns schauderte und wir verliessen die Gegend schnellstmöglich.

Auf dem Denali Highway
 
 
Kraniche im Creamers Field in Fairbanks
Geweih-Tor
Auf dem Weg nach Circle
 
Jägercamp und wir mittendrin

Die nächsten Hot Springs lagen links des Dalton Highway in Manley. Das Treibhaus, in dem sich das Bad befindet sah so schmuddelig aus, dass wir entschieden, da nicht baden zu gehen. Wir übernachteten für 5$ auf einem „Campingplatz“ und assen im dazugehörenden Hotel ein Sandwich für je 12$!!! Zuerst kamen wir hier mit ein paar Amerikanern ins Gespräch. Einer davon kam zwar aus Texas, lebte aber seit vielen Jahren hier in Manley. Er zeigte an diesem Wochenende seinen Freunden, wo sie in zwei Wochen auf Elchjagd gehen würden. Ja, dann wird dann eben die Elchjagd eröffnet! Für Alaskaner ist das „living off the land“ Teil ihres Selbstverständnisses. Darum jagen sie Elche und Karibus und fischen die Flüsse leer. Ich glaube ja schon auch, dass jeder Elch und jedes Karibu ein schöneres Leben hat als Rind, Huhn und Schwein, und wenn einer loszieht und sich ein Karibu für den Winter schiesst, ist das eigentlich irgendwie ok. Aber die Massen an Jägern? Diese Lust am Töten? Das wirkt auf uns sehr abstossend. Sie nennen das übrigens „harvesting! Ich dachte ja, dass man Äpfel und Weizen erntet und nicht Wildtiere…

In diesem Hotel sassen auch zwei junge Männer und eine junge Dame aus der Schweiz. Sie waren von Fairbanks aus im Kanu den Tanana River runter gerudert und weil der viel Wasser führte, waren sie etwas zu früh an ihrem Ziel angekommen und mussten nun in Manley ausharren, bis sie in drei Tagen von einem Flugzeug abgeholt würden. Ja, und weil sie so viel Zeit hatten, waren sie natürlich schon in den Hot Springs gewesen und legten uns diese ans Herz. Sie sehen von aussen zwar ungepflegt aus, innen seien sie aber herzig. So beschlossen wir, am nächsten Morgen baden zu gehen. Als wir mit dem abgeholten Schlüssel ankamen, waren gerade einige Damen des Dorfes dabei, die Trauben zu ernten. An diesem Tag wollten sie nämlich noch Wein machen! Ja, das ganze Treibhaus war von Reben überwuchert, in Beeten wuchsen Tomaten und tropische Pflanzen und dazwischen standen vier Betonbottiche mit heissem Wasser. Die Damen verabschieden sich sofort, wer hier badet, hat das Treibhaus für sich alleine. In einer seltsameren Hot Spring waren wir also noch nie, aber das heisse Bad tat unseren durchfrorenen Knochen gut. Ich übertreibe, ganz so kalt war es schon nicht! 😉

Wieder zurück am Dalton Highway entschlossen wir uns, der Strasse wenigstens bis zum Polarkreis zu folgen, Regen hin oder her. Die Strasse machte einen besseren Eindruck als der Dempster, wir mussten nie durch Schlamm schlingern. Manchmal verlief die Pipeline rechts der Strasse, manchmal links. Grösstenteils liegt sie über dem Boden, nur an einigen Stellen wo es keinen Permafrost gibt, wurde sie unter Boden verlegt. Das Rohöl ist warm und würde den Permafrost schmelzen, was zu einem instabilen Untergrund führen würde. Wir staunten, dass die Pipeline zum Teil im Zickzackkurs verlegt wurde. Ich dachte an einen kreativen Rohrverleger, aber das wurde wegen allfälligen Erdbeben so gebaut. Die Pipeline von Prudhoe Bay nach Valdez ist 1280 km lang, überquert drei Bergzüge und 500 Bäche und Flüsse. Der Bau dauerte zwei Jahre und im 1977 floss das erste Mal Öl durch die Pipeline. Im Jahr 1988 wurde der grösste Durchfluss, nämlich 2’000’000 Barrels pro Tag erreicht! Von Prudhoe Bay bis nach Valdez brauchte das Öl 4,5 Tage. Seither ist die Fördermenge zurückgegangen. Im 2010 flossen lediglich 620’000 Barrels/Tag durch die Röhre und das Öl brauchte 15 – 16 Tage!

Wie gesagt fuhren wir nur bis etwas über den Polarkreis hinaus, die wirklich einmalig schöne Gegend wären aber die Berge weiter nördlich gewesen. Aber wir müssen uns ja noch etwas für unser nächstes Leben aufbewahren! 🙂 Wir machten kehrt und übernachteten auf einem Gratis-Campingplatz zwischen Riesenpfützen und Matsch. Gut hatten wir Gummistiefel dabei! Am nächsten Morgen fuhren wir 200 Meter zur Dumpstation und entsorgten dort unsere Abwässer und füllten Frischwasser auf. Bis alles erledigt war, hatten wir den Motor etwa dreimal angelassen und waren jeweils etwa einen Meter gefahren. Als wir dann endlich losfahren wollten, sprang der Motor nicht an! Batterie futsch. Wir versuchten es mit der Auto-Starthilfe-Powerbank, die wurde aber nur heiss. Da wir ganz leicht abhaldig standen, schob Felix das Womo an und es bewegte sich tatsächlich, der Motor sprang aber nicht an und alles weitere Schieben war erfolglos. Nichts bewegte sich mehr. Also wollten wir die einzigen anderen Campinggäste um Hilfe bitten, die waren aber leider schon abgefahren. Da standen wir nun also ganz alleine mit lahmer Batterie, keiner Menschenseele und keinem Handyempfang. Mist. Da bemerkten wir, dass wir Emma beim Anschieben in einen grossen Absperr-Stein manövriert hatten und sie darum festsass. Mit Bärenkräften und der Hilfe einer Eisenstange gelang es Felix den Felsbrocken gerade soweit wegzuhiefen, dass das Vorderrad wieder frei war. Jetzt schob ich das Wohnmobil an und Felix gelang es, den Motor zu starten. Uff, Schwein gehabt! Fazit: wir bauen ab und zu Mist, konnten uns aber bis anhin immer selber aus dem Schlamassel befreien!

Zurück in Fairbanks brachten wir unser Wohnmobil innen und aussen auf Vordermann und liessen einen Ölwechsel vornehmen und eine neue Batterie einbauen. Dann brachten wir Filou ins Tierheim. Er musste dableiben, während wir mit Roger und Nicole den Denali Nationalpark besuchten. Erstens wollten wir wandern (keine Hunde auf Wanderwegen oder im Backcountry) und zweitens gelangt man nur per Shuttlebus (keine Haustiere in öffentlichen Verkehrsmittel) tiefer in den Park.

 
Wenigstens liefert der ewigs verhangene Himmel eun gutes Fotomotiv!
Im Manley Hot Springs-Treibhaus
Originell verlegte Pipeline
Wir haben schon zum zweitwn Mal den Polarkreis erreicht. Hier auf dem Dalton Highway.
So sieht die Treppe bei jedem Halt aufs Neue aus!
Mama und Sohn. Sie wurden beinahe angefahren von einem Auto, das uns überholte,

Am Sonntag trafen wir auf dem Riley Campingplatz am Eingang des Nationalparks auf Nicole und Roger, Gotti und Götti von zwei unserer drei Kinder und Freunde seit der Teenagerzeit. Es ist wirklich schön, alte Bekannte auf unserer Reise zu treffen. Alles ist irgendwie selbstverständlich und vertraut UND SIE HATTEN UNS WAS MITGEBRACHT! 🙂 🙂 🙂

Ich bekam Fitflops und einen Ohrring und laufe jetzt wieder ausgeglichen herum und für Felix gab es ein neues Handy. Ebenfalls brachten sie Fondue-Käse unbehelligt durch den Zoll. Nur etwas wurde ihnen leider abgenommen und für zwei Wochen in Quarantäne gesteckt: die Sonne, um die wir sie gebeten hatten! So fuhren wir am nächsten Morgen, nachdem wir uns mit Informationen im Visitor Center eingedeckt hatten, bei bedecktem Himmel los. Da wir seit Monaten eine Reservation für drei Nächte auf dem Teklanika Campingplatz hatten, durften wir mit unseren Wohnmobilen bis zur Meile 29 in den Park hineinfahren. Da es nicht regnete, zogen wir bald schon die Wanderschuhe an und wanderten vom Savage River über den Berg zum Savage River Campground, 6,5 Km entfernt. Am Anfangs- und am Endpunkt des Trails hatten wir ein Fahrzeug stehen, so mussten wir den Weg nicht doppelt gehen.

Auf dem Teklanika angekommen, spazierten wir dem Fluss entlang in der Hoffnung auf Bären. Nichts, nada, und nach dem Nachtessen wurden wir wieder enttäuscht!

Für den Dienstag hatten wir Sitzplätze im Shuttlebus gebucht und mussten früh aus den Federn. Auf diesem Tagesausflug bekamen wir neben grandioser Natur auch Karibus, Elche, Gryzzlys und den Mount McKinley zu Gesicht! Es war zwar kalt, aber trocken und so liessen wir uns kurz vor Wonder Lake beinahe am Ende der Parkstrasse aussetzen und spazierten Heidelbeeren-pflückend zum McKinley River, wo wir am Ufer picknickten. Auf dem Rückweg begann es zu regnen und wir waren froh, als uns auf der Strasse ein leerer Shuttlebus entgegenkam und uns tropfnass mit auf den Heimweg nahm. Wieder sahen wir Elche, Karibus und Gryzzlys, der Berg der Berge steckte aber hinter einer dicken Wolkenwand.

 
Blick auf den SavageRiver
Der Mount McKinley am ersten Tag. Eigentlich ist er fast immer in den Wolken.
Da ist was im Busch!
Auf Bärensuche beim Teklanika Campingplatz
Diesem 1,5 jährigen Grizzley begegneten wir auf der Bustour durch den Denali N.P. Er rannte aufgeregt, panisch hin und her. Unser Busfahrer erzählte uns, ein Grizzley-Männchen hätte den Kleinen tags zuvor töten wollen und bei der Flucht habe er Mutter und Geschwister verloren. 🙁
 
Mount McKinley guckt durch die Wolken hervor (rechts im Bild)
Grizzley Mutter mit 2 Cubs
Karibu
Die Parkstrasse mit dem Mount McKinley
Nebelfetzen
Elchbulle beim Fressen
Dass man zwei Elchbullen, die nicht gerade kämpfen, auf ein Foto bringt, ist selten.

Da es die ganze Nacht durchregnete und auch der nächste Morgen nass begann, verliessen wir den Denali Park einen Tag früher als geplant und fuhren Richtung Fairbanks. Für den Nachmittag hatte Roger einen Besuch im BESS (Battery Energy Storage System) organisiert. Er war damals für die ABB als Verkäufer des Designs und der elektrischen Komponenten zuständig, hatte die Anlage, die 2003 ans Netz ging, aber nie fertig gesehen.

Fairbanks besitzt auch ein sehenswertes Museum in einem sehr schönen Gebäude bei der Universität. Hier verbrachten wir einen verregneten Morgen bevor Nicole und Roger die Heizung in ihrem Wohnmobil flicken gingen und Felix und ich Filou abholten. Der Hund war heiser. Komisch! 😉 Wir trafen uns alle wieder in Chena Hotsprings, wo wir es uns im heissen Wasser gutgehen liessen. Am nächsten Tag hätten wir gerne eine Wanderung in dieser Gegend gemacht, es machte aber keinen Sinn, schon bei Regen loszulaufen. So fuhren wir nach Fairbanks zurück, besuchten den Santa Claus in North Pole und campierten bei Chena Lakes. Wir spazierten am Ufer des Sees entlang und kamen zur Bootsverleihung. Der junge Ranger, der gerade vorfuhr, fragte uns, ob wir mit kommen wollten auf seine Abend-Kontroll-Bootstour über den See. Wir wurden mit Schwimmwesten ausgerüstet und los gings. Was für ein Glück, zur rechten Zeit am rechten Ort gewesen zu sein!

Wir fuhren weiter nach Süden und staunten immer wieder, wie sich plötzlich Berge aus dem Nichts erheben, so ganz anders als in der Schweiz. Und während Felix und ich am Strassenrand anhielten, um ein Foto zu machen, ging bei Affolters die Rückscheibe des Pickups zu Bruch! Diese wurde an einer heruntergekommenen Garage kurz vor Glenallen mit einem Plastik und viel Klebeband notdürftig „repariert“. Wir Übernachteten in Copper Center und das Wetter liess es zu, dass wir wiedermal draussen zu Abend essen konnten. Als wir ins Bett wollten, sah ich die seltsamen grünen Lichter am Himmel. Polarlichter! Was für ein Erlebnis! Lange blieben wir auf und konnten uns nicht satt sehen.

Ein seltsames Restaurant mit noch seltsamerem Essen in Nenana
BESS in Fairbanks
Kranich
Ewig Weihnachten in North Pol
Bootsfahrt in der Kälte auf den Chena Lakes
Was ist da Berg und was ist Wolke?
Ausblich vom "King for a day" Camping in Copper Center
Unverhofft bekamen wir die Polarlichter zu Gesicht, sogar beo Vollmond. Fotoqualität ist sehr schlecht, aber das Stativ war noch nicht aufgestellt...
Und weils so schön war, gleich noch einmal:-)
Der Gulkana Gletscher
Elche mögen auch Unterwasserpflanzen
Fischrad im Visitor Center zum Wrangell/St.Elias N.P. Eine effiziente Art, Lachse zu fangen. Darf nur von den Alaskanern genutzt werden

Unser nächstes Ziel war der McCarthy Wrangell-St. Elias N.P. Beim Visitor Center gabs eine CD, die die Strassenabschnitte und Sehenswürdigkeiten unterwegs beschrieb. Super Idee! Und am Ende gibt man die CD einfach wieder ab. (Oder nicht… Wir fanden unsere 3 Wochen später im CD-Schlitz, hatten also die leere Hülle abgegeben! 🙂 ) Die Strasse hatte unter dem vielen Regen gelitten und wir trauten unseren Augen nicht recht: waren das da beim Zusammenfluss von Chitina und Copper River wirklich Wohnwagen im Wasser?

Kurz vor McCarthy endet die Strasse für Besucher am Fluss. Wer weiter will, muss die Brücke zu Fuss überqueren und kann dann den Shuttlebus besteigen. Wir spazierten ins Dörfchen und mussten dabei ein überschwemmtes Strassenstück auf Brettern balancierend überwinden. In der Bar gönnten wir uns ein Bier und spazierten zurück. Das war das letzte Mal, dass man die überschwemmte Stelle zu Fuss passieren konnte, am nächsten Tag war das Wasser so tief, dass die Bretter herumschwammen. Anscheinend sei ein Biberbau die Ursache. Wir bestiegen den Shuttle, der uns bis zum ehemaligen Minendorf Kennicott brachte. Von hier wanderten wir zum Root Glacier und dem Gletscher entlang weiter bergan. Der Weg war voll mit Bärensch…, die Tiere sahen wir aber nicht. Am Nachmittag waren wir früh genug zurück, um an einer Ranger-Tour teilzunehmen. Thema war das tägliche Leben Anfang der 1900 Jahre. Wusstet ihr, dass Minenarbeiter damals einen 8-Stunden-Tag hatten? Es begann schon bald zu regnen und so nahm ein trockener Tag ein sehr nasses Ende!

Bei der Rückfahrt am nächsten Tag fuhren sich Roger und Nicole einen spitzen Stein in ein Rad, die Luft entwich und das Rad musste gewechselt werden. Kein einfaches Unternehmen bei diesem schweren Fahrzeug! Zurück in Glenallen wurde der Reifen schnell wieder geflickt und die Fahrt ging weiter über den landschaftlich wunderbaren Glenn Highway. Das Wetter war prächtig und Berge und Gletscher zeigten sich im besten Licht. Wir besuchten eine Moschusochsen-Farm und hätten gerne eine warme Mütze ($250) oder einen Wollstrang ($95) gekauft. Die Unterwolle der Tiere wird im Frühjahr ausgebürstet und ist siebenmal wärmer als Schafwolle und unglaublich weich und leicht.

Auf unserer Weiterfahrt statteten wir Anchorage einen Besuch ab. Hier sollte nun endlich die Rückscheibe des Pickups ersetzt werden. Wir spazierten derweil durch die Stadt, welche bedeutend mehr zu bieten hat als Fairbanks.

Die Strasse nach McCarthy führt über das ehemalige Bahntrasse...
...hier zum Glück nicht!
Nebelschwaden bei McCarthy
Das Fabrikgebäude in Kennikot. Die Kupferminen selber waren hoch oben in den Bergen.
Das Geschiebe des Root Glacier
Spaziergang auf dem rutschigen Eis des Root Gletschers.
Plattfuss. Schweizer bei der Arbeit, Deutsche schauen zu.
Der Kotsina River
Lieber nicht! Am Copper River
Wohnwagen in Not!
Siehe nächstes Bild 🙂
 
Eine der schönen Views vom Glenn Highway aus
 
Beim Sheep Mountain am Glenn Highway. Bergschafe lecken die Mineralhaltigen Felsen. Leider nicht, als wir da waren.
Der Matanuska Gletscher aus der Ferne. Wer nahe ran will, muss tief in die Tasche greifen: $30 pro Person!
Moschusochse
 

In der letzten gemeinsamen Woche besuchten wir die Kenai-Halbinsel südlich der Hauptstadt. Und die Wettervorhersage versprach endlich durchwegs sonniges Wetter! Im Turnagain Arm sahen wir bei Flut Wale, bei Ebbe ist die Bucht ohne Wasser. Hier hat es die zweitgrössten Gezeiten der USA. Von Seward aus unternahmen wir eine Gletscher- und Wildlife-Bootstour zum Aialik Glacier. Neben dem ins Meer kalbernden Gletscher sahen wir Wale, Otter, Orkas und viele Vögel, darunter auch Papageientaucher und Weisskopfadler.

Kalbernder Gletscher.

Der Campingplatz lag direkt am Meer und wir konnten den Lachsen beim Springen und Gefangenwerden zu schauen. Die Fischer standen Schulter an Schulter und zogen Lachs um Lachs aus dem Wasser, unglaubliche Mengen an Fischen. Hier scheint es keine Fangbegrenzung zu geben! Zur Info: von 400 Babylachsen werden 100 das Meer erreichen, sechs werden zu ihrem Geburtsfluss zurückkommen aber nur zwei werden lange genug leben, um zu laichen. Zu wenig, um den Lachsbestand zu sichern! Und wenn ich dann den Sportfischern zusehe, frage ich mich, warum die so dumm sind. Würden nicht ein oder zwei Lachse anstatt acht oder zehn reichen?

Wir fuhren bei strahlendem Sonnenschein weiter und gingen bei der Stadt Kenai am Strand spazieren. Fast wie Sommer :). Auf der anderen Seite des Cook Inlet waren einige Vulkane des pazifischen Ring of Fire sichtbar. Sie schienen dem Meer zu entwachsen.

Homer war ein weiterer Ort auf den wir uns freuten. Der Ort selber war eine Enttäuschung, die Aussicht aber fantastisch. Berge und Gletscher, sattsehen kann man sich daran nicht! In einer Eisdiele wurden uns die letzten Espressos der Saison gebraut und die letzten Eisbecher gingen über die Theke. Das Laborday-Weekend war zu Ende, Geschäfte und Restaurants schlossen die Türen.

Wir machten uns wieder auf den Weg nach Norden, auch unser Alaska-Urlaub ging dem Ende entgegen. Man kann zwar in Alaska nicht fischen, aber ohne Gold zu schürfen, kann man nicht abreisen. Roger hatte sich schon vor vielen Tagen nach möglichen Schürf-Bächen erkundigt und sich eine Schürfpfanne gekauft. Und so verbrachten wir ein Weilchen am Bach und versuchten unser Glück. Wir fanden auch einige gaaanz kleine Goldplättchen, so erfolgreich wie Paul, der dort des Öftern schürft und besser ausgerüstet war als wir, waren wir aber überhaupt nicht. Aber es machte Spass und die kleine Schürfpfanne, die Paul uns schenkte, nehme ich mit auf Reisen und kann mir so etwas dazuverdienen :).

Auf dem Williwaw-Camping in der Nähe des Portage Glacier spazierten Nicole und ich ahnungslos quasselnd an einem Bär vorbei… Andere Camper wiesen uns darauf hin, dass der Kerl eben noch dagewesen sei… Tja, bis wir schauten, war er weg!

Unseren letzten gemeinsamen Tag verbrachten wir in Alyeska, einem Resort und Skigebiet. Wer den Berg hochwandert, darf mit der Seilbahn gratis nach unten fahren und sogar der Hund darf mitfahren. Eigentlich fahr ich ja lieber bergwärts… Abends gingen wir dann ins In-Lokal essen. Erstaunlich, wie viele Leute hier waren an einem Mittwoch in der Nebensaison! Am nächsten Morgen hiess es Abschied nehmen, Roger und Nicole fuhren nach Anchorage, wo sie bis Samstag im Hotel unterkommen würden, während Felix und ich uns auf die Socken nach Mexiko machten.

Ja, da dachten wir noch, dass die Schienen stillgelegt seien...
Sonnenuntergang am Turnagain Arm bei Flut
Marke Eigenbau. Hier ist es kein Problem, mit so einem Gefährt herumzukutschieren.
Auf dem Bird Creek Campground am Turnagain Arm.
Der Exit Glacier bei Seward.
Über der Bucht von Seward.
Die Bucht von Seward gleich unterhalb unseres Campingplatzes
Der Yachthafen von Seward früh morgens.
Steller sea lions im Kenai Fjords National Park
 
Einsamer Bär auf dem kleinen Inselchen Slate Island. Er muss da rausgeschwommen sein...
Orkan auf der Jagd
 
Lachse fischen in Seward, da wo sie vom Meer in den Bach rein schwimmen wollen
Felix stieg auf den Seward-Hausberg
Wochenendvergnügen in Alaska. Wer keinen Wohnwagen hat, hat ein Boot. Oder beides. Oder Boot, Quad, Wohnwagen/Wohnmobil.
Vulkan auf der anderen Seite des Cook Inlets
 
Strandspaziergang in Kenai City
Russisch-Orthodoxe Kirche in Kenai City. Ein Erbe aus Zeiten, als Alaska noch de Russen gehörte
Sonnenuntergang am Strand des Deep Creek State R.A.
 
Am nächsten Morgen. Wenn ich nur noch wüsste, wie der Berg dort heisst...
Entweder Mount Redoubt oder Mount ILiamma
Gletscher auf der anderen Seite der Kachemak Bay
Blick über die Kachemak Bay mit dem Spit
Im "Salty Dawg" auf dem Homer Spit
Auf dem Spit. Homer ist Halibut-Hauptstadt!
 
 

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