Oh, wie schön ist Panama! UND Setzt die Segel! San Blas Inseln wir kommen! 25. Bericht

21.10. – 12.11.2019

Wenn es nur nicht so regnen würde. Die Regenzeit neigte sich ihrem Ende entgegen und hier schüttete es, als ob es noch einen Niederschlags-Rekord aufzustellen gäbe. Ich fürchtete beinahe, dass die Ozeane das nur durchschnittlich 100Km breite Land überfluten könnten. Schien mal die Sonne, so brannte sie so stark, dass wir den nächsten Regenguss herbeisehnten.

Nachdem die Grenzformalitäten erledigt waren und auch der Hund, trotz Abwesenheit des Grenztierarztes, ins Land gelassen wurde, steuerten wir gleich die nächste Shopping-Mall an. Jaaaa, das gibt es in Panama! Und dort findet man auch wieder Bonne Maman Konfitüre, Werther’s Original, Lavazza Kaffee und Schweizer Pralinen. Felix fand sogar eine passende Gaskartusche für seine seit Alaska nutzlose uralt-Pfadi Lampe. Nach zwei Stunden inklusive Mittagessen hatten wir es gesehen und fuhren nach Boquete, einem Bergstädtchen in den Cordillera Central auf 1000 Meter über Meer. Es gibt einen richtigen Campingplatz und der stellte sich als sehr amerikanisch heraus: Die Plätze bieten einen geteerten Stellplatz mit einem Wieschen für Tisch und Stuhl. Natürlich ist ein „full-hook-up“ möglich: Anschluss für WC, Wasser, Strom und TV! Wir bezogen unseren Platz gleich mal für zwei Nächte, denn es gab in der Umgebung einige Wanderungen.

Hier in den Bergen sahen wir das erste Mal seit Guatemala Frauen in ihren traditionellen knöchellangen Kleidern. Der unifarbige Baumwollstoff in leuchtendem pink, grün, blau, orange oder gelb wird durch weisse Zierstreifen etwas aufgemöbelt, gleicht aber trotzdem irgendwie einem bunten Kartoffelsack…

Von der langen, anstrengenden Wanderung „Sendero Los Quetzales“ im Nationalpark Vulkan Baru wurde uns wegen des feuchten Wetters abgeraten, so spazierten wir zu den „Tres Cataratas Perdidas“. Und wir waren da nicht alleine! Russen, Franzosen, Deutsche, you name it, alles kraxelte über den feuchten Trampelpfad und liess sich an den Wasserfällen von der Gischt benetzen. Immerhin hielt sich der Regen noch etwas zurück!

Auf dem Rückweg nahmen wir die Strasse durch die Kaffeeanbaugebiete und spazierten anschliessend noch durch Boquete und die Souvenierboutiquen. Aber das Meiste kommt aus Equador! Da wir da ja noch hinfahren, verzichteten wir auf den Kauf von warmen Umschlagetüchern und bunten Tagesdecken.

Am nächsten Morgen machten wir uns auf die Suche nach heissen Quellen. Nach einmaligem nach dem Weg fragen, landeten wir an einer Brücke. Einer Hängebrücke in Autobreite. Sollten wir es wagen? Oder besser nicht? Wir wagten es und fuhren dabei wohl ein klein wenig zu schnell, denn die Brücke begann zu schwanken, wie eine Fussgänger-Hängebrücke! Und der Blick in den Fluss darunter beruhigte unsere Nerven auch nicht gerade! Tja, und der Witz von der Geschichte? Gleich auf der anderen Seite der Brücke begann der Fussweg zu den warmen Quellen! Und nach dem Bad mussten wir die Brücke nochmals queren! Ein entspannendes Bad war genau das, was wir jetzt brauchten! 300 Meter hiess es, danach nochmals 500 Meter bis zur nächsten Abzweigung und dann noch etwas weiter. Zuletzt bezahlten wir bei einer Indigena je einen Dollar Eintritt und fanden den klaren Tümpel. Es hatte zu regnen begonnen, das Wasser war heiss und die Mücken unerbittlich. Neugierige Indigenas und prächtige Pfaue schauten uns beim Baden zu. Nach 20 Minuten schlüpften wir wieder in unsere Kleider und marschierten zurück zum Auto und der Hängebrücke…

Welches soll ich denn nehmen? Am Besten gleich beide!
"Amerikanischer" Campingplatzt in Boquete
Hinter den Wolken befindet sich der Vulkan Baru
Der erste der drei "verlorenen" Wasserfälle
Es hatte auch Affen im Dschungel...
Bist du sicher, dass die Brücke hält?
Es regnet mal wieder...
Auto-Hängebrücke: Bist du sicher, dass die hält?
Sonst landen wir im Fluss!
Der heisse Tümpel...
... und einige der Zuschauer.

Von diesem kleinen Abenteuer mussten wir uns am Meer erholen. Was wäre besser geeignet als der traumhafte Strand von Las Lajas? 22Km (!!!) lang und bei Ebbe bis zu 30 Meter breit. Unsere stundenlangen Spaziergänge begannen oder endeten immer im Regen, aber die Temperaturen waren angenehm und die Gesellschaft toll. Rechts neben uns campierte ein Schweizer Pärchen, die ihren Camper diesen Frühling nach Halifax/Kanada verschifft hatten und von Panama aus wieder nach Hause fuhren. Links gesellten sich die Southbound Seahags zu uns, ein weibliches Ehepaar aus Florida, das mit ihren drei Hunden Richtung Argentinien reist, und das wir vor einigen Monaten in El Salvador kennen lernten. Hätte eine kirchliche (?) Versammlung nicht für drei Tage das Restaurant samt Küche okkupiert, hätten wir es noch lange dort ausgehalten. So gingen unsere Vorräte aber zur Neige und wir fuhren nach einem Grosseinkauf den nächsten Strand an. Da die Campingmöglichkeiten hier enttäuschend waren, zogen wir weiter, wieder ins Landesinnere. In San Francisco besuchten wir die zweitälteste Kirche des Landes. Im Inneren ist alles aus Holz geschnitzt und zum Teil witzig bemalt.

Wir fuhren weiter in die Berge nach Santa Fe, einer ehemaligen Goldgräberstadt. Hier hätten wir übernachten wollen, aber es regnete Katzen und zwischen den tiefhängenden Wolken konnten wir die Schönheit des Dorfes nicht erkennen. Aber wir entdeckten einen Wegweiser zu einem Dorf an der Karibik, wo wir eigentlich dachten, es führe keine Strasse hin! Der erste Teil der alten Strasse war sehr steil und kurvenreich, dann fanden wir uns urplötzlich auf einer niegelnagelneuen, breiten, grösstenteils geteerten Strasse wieder, die sich durch indigene Dörfer und Dschungel Richtung Atlantik schlängelte. Die Holzwohnhäuser standen auf Stelzen, ein Raum und eine Terrasse, auf der die Wäsche der Grossfamilie zum Trocknen hing. Die Männer und Kinder winkten etwas verhalten zurück, die Frauen schauten weg. Wir erreichten den Rio Caloveborito, den wir durchfahren mussten, weil die Brücke noch vor der Vollendung stand. Hier wendeten auch die Colectivos. Die Indigenas stiegen aus, balancierten über die nicht fertige Brücke und stiegen am anderen Ufer in die dort wartenden Colectivos. Am späten Nachmittag erreichten wir Calovebora, ein kleines Dorf an der Karibikküste. Es fand gerade ein Baseballspiel statt, das viele Zuschauer angelockt hatte. Sie feuerten ihre Mannschaften lautstark an, tranken Bier, als ob es danach nie wieder eines geben würde und warfen die leeren Büchsen auf den Boden. Ob all dem Müll waren wir schockiert! Wir suchten uns einen Weg zum Strand, der auch nicht in einem viel besseren Zustand war… und zudem noch Sandflohverseucht. Als wir zurück zum Dorf kamen, hatte das Spiel geendet und einige Männer und Frauen waren dabei, den Müll einzusammeln, was unseren Glauben an die Menschheit weder etwas zurechtrückte! Das Dorf ist noch nicht ans Stromnetz angeschlossen und Generatoren sorgten am Abend in einigen Hütten für etwas Licht. Wir übernachteten am Dorfplatz, neben einem Hostel einer chinesischen Familie. Wie es die wohl hierher, ans Ende der Welt verschlagen hat? Zumal bis vor kurzem wohl nur ein Dreckweg hierher geführt hatte… Nach diesem Einblick in eine uns sehr fremde Kultur und Lebensweise wischten wir uns den Schweiss von der Stirn und fuhren den weiiiiten Weg zurück nach Santa Fe und weiter nach El Valle, wo wir auf dem Parkplatz des Windmill-Hostels für zwei Nächte unterkamen. Wir freuen uns über die Auswahl an Restaurants und staunen ab den luxuriösen Villen, die wir bei Hundespaziergängen entdecken! Hier in der Kühle der Berge haben sich anscheinend reiche Hauptstädter nette Ferienhäuser gebaut! Am zweiten Tag fuhr ein Landcruiser mit Aargauer Nummer auf den Platz und wir verbrachten einen schönen Abend mit Werner und Mägi. Sie hatten ihre Reise im Oktober 2017 in Montevideo/Uruguay gestartet und waren nordwärts unterwegs. Am nächsten Morgen trennten sich unsere Wege schon wieder.

Der lange, breite Strand von Las Lajas
Das Tier, dass diese Spuren hinterlässt, würde ich gerne mal sehen!
Sonnenuntergang nach dem Regen
Flusskrebse werden stapelweise am Strassenrand zum Kauf angeboten
Der Strand von Santa Catalina
Die zweitälteste Kirche in Panama steht in San Francisco
Holzschnitzereien prägen das Innere.
Drei Engelchen
Panamerischer Cowboy mit Buckelrindern
Die nicht fertige Brücke auf dem Weg nach Calovebora
Beispiel eines Wohnhauses
Baseball am karibischen Meer
Sonnenuntergang in Calovebora
Die Kirche in Calovebora
Die Strasse war in Fall wirklich so steil!
Spitzberge

In Panama City steuerten wir als erstes das Casco Viejo, die Altstadt an. Recht viele Häuser sind restauriert und der Stadtteil zieht viele Touristen an. Wir schlenderten durch die Gassen und setzten uns müde und verschwitzt in eine Bar mit Blick über die Bucht zu den Wolkenkratzern von Downtown Panama. Als wir eben bezahlt hatten, kam ein Paar auf die Terrasse und setzte sich an den Tisch nebenan. Ich hörte einige Brocken Schweizerdeutsch und sprach unsere Tischnachbaren an mit: Das tönt wie Schwiizerdütsch! Wir vier schauten uns an und dann kam für alle die grosse Erkenntnis: Diese Leute kennen wir! Ich glaube sogar, ich habe Hans-Peter und Silvia vor einem Jahr in Guanajuato/Mexiko mit dem gleichen Spruch angesprochen, worauf wir gemeinsam zu Nacht assen. Unter Reisenden auf der Panamericana ist so ein Wiedersehen nicht so erstaunlich, Hans-Peter und Silvia machten aber vor einem Jahr eine vierwöchige Urlaubsreise in Mexiko, und jetzt eben in Panama/Costa Rica. Wir stiessen auf unser Wiedersehen an und haben uns für nächstes Jahr wieder mit ihnen verabredet, anfangs November, irgendwo auf der Welt. Übrigens ist Silvia eine Schulkollegin einer meiner Cousins in Engelberg…

Wir übernachteten gleich auf dem zwar teuren, aber zentral gelegenen Parkplatz und genossen wieder einmal einen Abend mitten in der Stadt.

Am nächsten Morgen mussten wir schon um 5:30 Uhr zur Fahrzeuginspektion antraben. Täglich werden nur 25 Fahrzeuge überprüft, somit gilt hier „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“! Wir waren die dritten in der Reihe, da die Nummer eins und zwei aber nicht die richtigen Papiere dabei hatten, rückten wir auf die Poleposition vor. Weshalb wir zur Inspektion mussten: wir wollten unser Wohnmobil nach Kolumbien verschiffen. Dazu braucht man das OK der panamaischen Polizei, die bei Interpol ausfindig macht, ob das Auto als gestohlen gemeldet ist. Macht ja Sinn. Wir durften am Nachmittag desselben Tages unsere Papiere abholen. In der Zwischenzeit konnte Felix die Einzahlung für die Spedition erledigen. Hierfür mussten wir unzählige Male verschiedene Bankomaten aufsuchen, weil die eben nicht soviel aufs Mal ausspucken. Mit dem grossen Bündel Geldscheine geht man dann zu einer bestimmten Bank in Downtown Panama und bezahlt alles ein. Bei einer anderen Bank muss dann auch noch unsere Agentin Tea Kalmbach bezahlt werden… Das Ganze ist äusserst kompliziert und ohne genaue Angaben nicht zu bewältigen.

Weshalb wir nicht einfach über die Grenze nach Kolumbien fahren? Weil es auf der Seite von Panama im Gebiet Darien eben nur Dschungel und keine Strassen gibt und auf der kolumbianischen Seite Rebellen und Schmuggler und ebenfalls keine Strassen. Das wollen beide Länder auch gar nicht ändern, verdienen sie doch einen Haufen Geld an Panamericana-Reisenden. Während etwa dreier Monate war vor ein paar Jahren eine Fähre in Betrieb. Der Betrieb wurde sicher nicht wegen mangelndem Zulauf eingestellt… Jedes Fahrzeug muss also von Panama nach Kolumbien mit einem Frachter verschifft werden. Die Besitzer der Fahrzeuge können entweder das Flugzeug nehmen, oder einen 5-tägigen Segeltörn zu den San Blas Inseln (Panama) und dann übers offene Meer nach Cartagena machen. Wir entschieden uns für diese Variante. Also, wieder von einem Bankomat zum andern wandern und Bargeld besorgen.

In der Altstadt von Panama City
Kuna Frauen verkaufen ihre Handarbeiten
 
schon und noch nicht renoviert
 
Dieses Gebäude könnte man auch noch kaufen...
Wiedersehen nach einem Jahr mit Silvia und Hans-Peter
 
Blick in einen Innenhof.
???
 
Nachtessen unter Weinachtsbeleuchtung
Das Quartier, in dem wir morgens um 5 Uhr zur Autoinspektion mussten
Warten auf den Inspektor.
Geldzählen... zuerst alles abheben, dann alles einzahlen!
 

Wir verliessen Panama City und fuhren zum Besucherzentrum Milaflores, um den Betrieb im dem Panamakanal zu beobachten. Hier werden die Schiffe von Meereshöhe in drei Stufen auf das Niveau des Stausees Gatun angehoben und bei Colon und den Agua-Clara-Schleusen wieder über drei Stufen auf Meereshöhe abgesenkt. Oder umgekehrt. Anstatt eine tiefe Fahrrinne durch die schmalste Stelle des Landes auszuheben (wie die Franzosen das geplant hatten und scheiterten), hatte man entschieden, die Flüsse der Umgebung zu stauen und die Schiffe durch den daraus entstandenen riesigen See fahren zu lassen. In den alten Schleusen helfen Dieselloks den riesigen Frachtern von einer Schleuse zur nächsten. Im Jahre 2016 wurden neue, grössere Schleusen eröffnet um den immer grösser werdenden Frachtschiffen gerecht zu werden. Übrigens braucht ein Schiff für die Kanaldurchfahrt vom Meer zu Meer 8-10 Stunden plus einer Wartezeit von ca. 12 Stunden vor der Einfahrt.

Die Informationen, die man bei den Milaflores erhält sind erstklassig und der gezeigte Film über die Entstehung des Panamakanals vom feinsten. Weil wir etwas spät dran waren, blieb uns nur eine halbe Stunde für den Besuch der Schleusen bei Colon. Hier hatte man eine gute Sicht auf die neuen Schleusen mit ihren riesigen Schiebe-Schleusentore. Diese stammen übrigens aus Italien. Habt ihr gewusst, dass Italien Spezialisten für Schleusentore hat???

Wir waren wieder auf der Karibikseite des Landes angekommen. Alles war schäbig, ärmlich und Unrat-verseucht. Um Colon macht man am besten einen Bogen und durch Sabanita fährt man besser schnell durch. Alle anderen Orte sind klein. Auch die Strände sind winzig und die Bewohner wohnen direkt am Wasser, was für uns bedeutet, durch ein Armenviertel spazieren zu müssen. Unsere letzten 5 Tage in Panama sind nicht die schönsten… Zudem regnet es immer wieder heftig und ausdauernd. Einmal trat der Dorfbach über die Ufer und setzt den Garten unseres Hostal Wunderbar in Puerto Lindo (heiss echt so!) unter Wasser.

Felix brachte das Wohnmobil am Mittwoch, 6.11. zum Frachthafen in Colon und einen Tag später begann unser Segeltörn nach Kolumbien.

Containerschiff auf dem Lago Gatun, zwischen den Miraflores Schleusen (Panama City) und den Agua Clara Schleusen (Colon)
Die Milaflores Schleusen
Diesel-Loks helfen den Schiffen zwischen den Schleusen zu manövrieren
Containerschiffe warten auf die Einfahrt in die Agua Clars Schleusen
Katholische Kirche...
Der riesige Stausee Lago Gatun
Eine neue Brücke, die eigentlich nirgens hinführt!
Die Festung in Portobelo
Das Städtchen musste sich gegen Seeräuber wie Sir Francis Drake verteidigen
Kirche in Portobelo
Anstehen nach der Messe...
Es ist viel los an der Karibikküste...
Die Unabhängigkeit wird Montag und Dienstag gefeiert. Alle zieht es an den Strand und wenn der noch so klein ist...
Haben wir wirklich alle nötigen Kopien in der richtigen Anzahl für die Verschiffung des Womos nach Kolumbien?
Dauerregen im Hostal Wunderbar in Puerto Lindo. Von hier aus starten wir zu unserem Segeltörn zu den San Blas Islands und nach Kolumbien

Setzt die Segel (oder in diesem Fall: Startet den Motor!) San Blas Inseln wir kommen!

Wir trafen unsere Mitreisenden und unseren Kapitän Erwin um fünf Uhr abends in einem Restaurant in Puerto Lindo. Genüsslich assen wir Znacht und gingen um acht Uhr an Bord der Wilson II, die in der Bucht vor Anker lag. Dort dauerte es keine fünf Minuten, bis Felix und ich grün im Gesicht waren. Als wir dann endlich lostuckerten, war‘s um Felix Nachtessen geschehen. Auch unsere Mitreisenden waren seltsam still und jeder auf sich und seinen Magen konzentriert. Da war Michael aus Fribourg, Melina aus Finnland (lebt und arbeitet in Luzern), Naya aus Dänemark, die Augenärztin Anita aus Deutschland (gebürtige Bulgarin mit entsprechendem Akzent 🙂 ) und ihr Kolumbianischer Freund Frank. Die Mannschaft bestand aus dem Wiener Kapitän Erwin und seinem Sohn Alejandro, der uns während fünf Tagen aufs leckerste bekochte und sich mit seinem Vater die Nachtwachen teilte.

Also, die ersten 10 Stunden waren gaaanz schlimm! Als wir am nächsten Morgen aus unseren Kajüten krochen, ankerten wir vor der „Immigration Island“ von San Blas. Die San Blas Inseln gehören zu Panama, werden vom Volk der Kuna bewohnt und von ihnen selber verwaltet. Und sie möchten eben an den Touristen und all den Booten, die zwischen ihren Inseln herumsegeln viel Geld verdienen. Kapitän Erwin nahm also das Beiboot und fuhr mit unseren Pässen zur Immigration Island und bezahlte für uns die Einreisegebühr. In der Zwischenzeit schnippelte Alejandro in der Kombüse Obst und kochte dann für alle Rührei und Toast. Es ging allen wieder bedeutend besser und die Früchte waren im Nu verzehrt. Zurück an Bord fuhr Erwin eine erste Trauminsel an. Hier verbrachten wir den ganzen Tag mit schnorcheln, Insel erkunden, essen, in der Sonne liegen. Filou durfte mit an Land und freute sich sichtlich, herumstreunen zu können.

Auch die nächsten zwei Tage taten wir nicht viel mehr, aber immer bei anderen Inselchen und anderen Korallenriffen. Die Korallen mögen etwas bleich gewesen sein, die Fische waren es nicht!

Nach dem Nachtessen am dritten Tag warfen alle Passagiere die Anti-Kotztabletten ein, denn ab nun ging es für 30 – 40 Stunden übers offene Meer Richtung Kolumbien. Gemäss Kapitän Erwin waren die Wellen „nur“ einen Meter hoch, kamen aber unnetterweise aus zwei verschiedenen Richtungen… Wir verzogen uns schon bald in unsere Betten und verschliefen die schlimmste Zeit. Der nächste Tag verlief mit herumsitzen oder liegen, aufs Meer hinausschauen oder lesen. Alejandro bekochte uns trotz Seegang aufs leckerste. Plötzlich wurden wir alle durch ein lautes Rattern vom Motor her aufgeschreckt! Sofort stellte Erwin den Motor ab und ging der Sache nach: Ein Keilriemen war aus der Halterung gesprungen und hatte zudem nur noch etwa ein Drittel seiner üblichen Breite… Derweil trieb unsere Nussschale im weiten Meer und wurde von einer Welle zur nächsten weitergereicht. Die regelmässig eingenommenen Tabletten beruhigten unseren Mägen, die Fantasie einer Mitreisenden aber nicht… Erwin reparierte alles so gut, wie es eben auf hoher See ging und wir fuhren mit halber Motorenkraft und gesetzten Segel weiter.

Zum Sonnenuntergang begleiteten uns einige Delfine und bald sahen wir in der Ferne die Lichter von Cartagena. Nach einer letzten Nacht an Bord und einem letzten feinen Frühstück durften wir in Kolumbien an Land.

Was Filou in diesen 30 Stunden gemacht hat? Sich etwas gelangweilt und sich geweigert, seine Geschäfte an Bord zu machen. 30 Stunden… Er durfte schon in der Nacht unserer Ankunft mal kurz an Land und hat laaaange auf drei Beinen gestanden.

Kapitän Erwin
Die "Wilson II" ankert vor der Immigration Island "El Porvenir"
Nach dem Frühstück steuerten wir unsere erste Trauminsel an
Kunas bieten ihre Kunsthandwerke zum Kauf an
Zum Beispiel "Molas", welche die Vorder- und Rückseite ihrere Kleider verzieren
Ein bisschen schnorcheln, ein bisschen spazieren, ein bisschen faulenzen
traumhafte Inselchen
Filou gefällt der Landgang auch!
 
stille Denker...
 
 
Auf der Fahrt zur nächsten Insel... drei beim Lesen.
Nochmals Frühstück
 
Filou wird mutiger und erkundet das ganze Boot
Nach einem Langusten-Nachtessen auf einer Insel gabs ein Palmblatt-Campfeuerchen
Gruppenbild
Filou nimmt das "Boot" zur Insel
Die San Blas bestehen aus 365 Inselchen,
57 davon sind bewohnt. Nur Kunas dürfen auf den Inseln leben.
Die "Wilson II" links im Bild
 
30 Stunden überfahrt nach Cartagena, Kolumbien
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