Baja California

Denise landete Anfangs Februar in Los Angeles und wir machten uns am nächsten Tag auf nach Süden. Wir steuerten den kleinen Zoll in Tecate an und die Einreiseprozedur dauerte zwar etwas, war aber absolut unproblematisch. So fuhren wir erleichtert durch die nun mexikanischen Strassen auf der Suche nach einem Geschäft, wo wir eine WiFi-Karte kaufen konnten. Da wurden wir auch schon von einem Polizisten angehalten. Wir hätten ein Stopp-Schild missachtet! Wir müssten mit auf den Polizeiposten, oder besser noch, sollten wir 50!!! US-Dollar in den Fahrzeugausweis legen! Ich wollte auf den Polizeiposten, Felix wollte auf schnellstem Weg hier weg. So bekam Denise gleich zu Beginn mit, dass es bei s Bönis auch mal Ärger gibt! 🙂
Würde uns das jetzt immer wieder passieren? Keine angenehme Vorstellung! Aber in diesem Moment mussten wir uns schon mit etwas Neuem auseinander setzen: Topes. Topes. Topes. Manche sieht man schon von Weitem, andere spührt man nur, weil man den Kopf am Dach der Führerkabine anschlägt. Diese Schwellen sollen der Verkehrsberuhigung dienen, kosten aber vielen Menschen tausende von Hirnzellen! Schon am ersten Tag machte sich das bei Felix und Tina bemerkbar: Die Spanischkenntnisse aus 2 Jahren Unterricht waren weg!
Die Baja-Halbinsel ist etwa 1500 Km lang und wir mussten innert vier Wochen hin und zurück. Vier Wochen hören sich nach viel an, waren aber viel zu wenig! Man hätte da und dort länger bleiben können, andere Strände und Städte erkunden und weniger Kilometer am Tag zurück legen können. Trotzdem haben wir eine tolle Reise mit unvergesslichen Erlebnissen hinter uns. Wüste ist nicht gleich Wüste, Berge sind nicht gleich Berge und der Pazifik ist nicht die Cortez-See. In Erinnerung bleiben uns die Bootstouren zu den Grauwalen, das Schnorcheln mit Walhaien, die vielen verschiedenen Kakteenarten, Sandstrände über Sandstrände, hilfsbereite Menschen, wenn wir wieder mal stackelnd und stotternd nach spanischen Worten suchten. Und natürlich vergessen wir auch nicht die Armut und die Müllberge. Aber dafür muss man ja nicht bis nach Mexiko reisen.

 

Ein Blowhole in der Nähe unseres ersten Übernachtungsortes
Eine Holper-Strasse brachte uns an diesen zwar nicht ganz einsamen, aber hübschen Ort. Eine Dorfbewohnerin schenkte uns Feuerholz und zeigte uns voller Stolz ihr Adobe-Haus.
In den Gezeiten-Pools gab es Interessantes zu enddecken
Und am nächsten Morgen? Nebel!
Durch das Gelände einer Saline erreichten wir die Laguna Ojo de Liebre. Hier und in der Lagune von San Ignazio bringen die Grauwale ihre Jungen zur Welt.
Die Walmütter kommen mit ihren "Kleinen" ganz nah an die Ausflugsboote heran. Mir etwas Glück, kann man sie sogar berühren.
Denise und Tina konnten nicht genug bekommen und bestiegen nach einem kurzen Mittagessen das nächste Boot ...
Die Hauptatraktion waren natürlich die Wale, aber die Mit-Ausflügler waren auch nicht ohne! Die einen warfen sich gemeinsam von einer Seite der Nussschale auf die andere, so dass der Gedanke ans Kentern allgegenwärtig war und die andern kamen sich für 90 Minuten näher. Sehr nah...  🙂
Und tschüss!
Die Missionskirche des Städtchens San Ignazio
Nach der Fahrt durch die staubtrockene Wüste erfreut die Palmenoase San Ignazio das Auge. Die Frösche quakten aber die ganze Nacht durch. Sagt Denise.
Am nächsten Tag fuhren wir zu den Felsmalereien "Cueva del raton" hoch oben in der Sierra de San Francisco. Der Weg (links im Bild) war um einiges interessanter als die Malereien!
Die schwarze "Raton" sieht eher aus wie ein Puma...
Dieses Ziegen ähnliche Tier ist ausgestorben. Alle wurden aufgegessen, erklärte unser Führer.
Von diesen gibt es aber noch viele!
Tina und Denise beschlossen, die schlimmste Strecke des Rückweges zu Fuss zu gehen. Felix fuhr alleine und fotografierte beim Warten die Gegend
 
Und endlich fanden wir die tollen Strände, von denen wir so viel gehört hatten!
 
Denise nimmt ein erstes Bad in Golf von Kalifornien
Ganz ohne Fotomontage!
🙂  🙂  🙂
 
An der Strandpromenade von La Paz sahen wir dieses süsse "Riesenrad"
Wir trafen gerade zur rechten Zeit in La Paz ein, um das Grande Finale der Fastnachtszeit zu erleben: Der Carnevals-Umzug!
Schulen, Fitnesscenter, Geschäfte, Vereine; alle hatten einen dekorierten Wagen oder/und originelle Verkleidung. Das Defilee vor unseren Augen dauerte eine gute Stunde, danach sammelte man sich um eine der drei Bühne, um Livemusik zu hören und zu tanzen!
Bilder oberhalb der Pissoirs. Was soll man dazu schon sagen?
Ein Strand ganz für uns alleine! Nach dem wir das Wohnmobil wieder ausgegraben und auf sicherem Boden parkiert hatten, frönten wir dem süssen Nichts-tun.
Kurz vor Sonnenuntergang noch ein wenig schwimmen ...
und dann am Lagerfeuer sitzen. Etwas beunruhigend war es, als in einiger Entfernung plötzlich ein weiteres Feuer aufflammte... Wir waren doch alleine? Als Filou auch noch begann, äusserst aufmerksam in diese Richtung zu starren, war es für uns an der Zeit, uns ins Wohnmobil zurück zu ziehen. 🙂
Um nicht immer wieder auf die Strasse #1 zurückkehren zu müssen, suchte Felix nach anderen Strassenverbindungen. Was er fand, waren dann jeweils unbefestigte, einspurige Wege, die sich durch die Berge auf und ab windeten. Was für ein Glück, dass uns nie jemand entgegen kam!
Denise und Tina sammeln Muscheln und Steine, Filou hat die Krebs-Jagd entdeckt!
Im Paradies
 
Ein kurzer Halt und Spaziergang durch das hübsche Todos Santos. Trotz Regen.
Im Hintergrund die Missionskirche, vorne der Hauptplatz
Schön restaurierte und dekorierte Häuser
Und in dieser Strasse fanden wir eine super Bäckerei. Wir deckten uns mit süsssem Gebäck ein und tranken einen ausgezeichneten Espresso!
Sonnenuntergang am Meer. Also sind wir hier schon wieder am Pazifik und damit auf dem Weg nach Norden! Die Zeit vergeht zu schnell!
Unser nächstes Ziel war die San Ignacio Lagoon. Hier wollten wir nochmals Whale watching machen. Felix suchte eine alternative Route heraus. Nach stundenlangem Geholper, landeten wir an diesem Wasserloch und fanden den Weg auf die andere Seite erst nach einer Stunde herumirren. Schaut mal bei den Filmchen rein!
Wir beschlossen, an diesem netten Strändchen zu übernachten, wir hatten zuviel Zeit verjubelt!
Gaaanz am Ende der Bucht ist ein Fischerdorf.
Am nächsten Tag erreichten wir die Lagune von San Ignacio und richteten unser Lager im Campamento ecoturistico "Kuyima" ein. Denise und Tina bestiegen sogleich ein Boot für eine erste Tour. Wale mit Babies und ohne hatte es zu Hauf. Ganz so nahe ran, wie in der Bucht von Ojo de Liebre kamen sie aber nicht.
Am nächsten Morgen hatten wir etwas mehr Glück. Felix war jetzt auch wieder mit von der Partie. Der Wind hatte aber deutlich aufgefrischt, so dass uns der Kapitän nicht bis ganz zurück zum Camp bringen konnte, sondern uns unterwegs rauswarf, von wo wir dann mit Bussen abgeholt wurden.
Die Spazierwege ums Camp führten durch endlose Muschelberge. Wer und über wieviele Jahre hinweg hat das alles gegessen?
Wir wechselten nochmals die Seite der Halbinsel und fuhren der Cortez-Sea entlang nach Norden.
Eine letzte Übernachtung an einem Strand der Baja California bevor es dem ausgetrockneten Delta des Colorado-Rivers entlang Richtung USA ging
Fischerboote vor dem kargen Gebirgszug der Nord-Baja
Für die Ausreise hatten wir uns die Grenze in Mexicali ausgesucht. Kurz davor campierten wir am Hardy-River.
Wieder in L.A. verbrachten Tina und Denise einen letzten gemeinsamen Tag im Disneyland...
...und überassen sich. Gut, sind die Bahnen nicht ganz so krass, sonst...
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6 Gedanken zu “Baja California

    1. Hallo ihr zwei!
      Ihr wisst das zwar nicht, aber wir standen schon mal in eurem womo! Es stand bei Marco und unseres war noch nicht gebaut!
      Wir kommen im Herbst zurück nach Mexico, vielleicht holen wir euch noch ein? Weiterhin schönes Reisen!
      Grüsse Tina

      1. Da gibt es nur eines: ein Treffen wo wir auch einen Blick in euer Wohnzimmer werfen dürfen Auch wir machen bald Urlaub vom Reisen und im Herbst geht es weiter Richtung Panama! Wir würden uns freuen wenn ihr uns einholt Liebe Grüsse aus dem Yucatan

  1. Hallo Tina und Felix
    Bin endlich über eure Homepage gestolpert. War das anfangs letztes Jahr, da wir uns bei Marco kennenlernten? Sind seit Juni 17 ab Halifax unterwegs. Seit 1 1/2 Monaten pausieren wir und machen Ferien in der Schweiz. Unser @-cap’er erwartet uns wieder ca Ende September in La Paz/ Baja California um Mittelamerika zu erkunden. Freuen uns jetzt schon! In 2 Tagen werden wir Marco in Herbertingen besuchen. Wer weiss, vielleicht gibt’s mit Stefan und Thomas und euch ein Treffen? Wäre sicher interessant. Wie sieht die Weiterfahrt bei euch aus?
    Alles Gute und herzliche Grüsse
    Sylvia und Richard

    1. Hallo Sylvia und Richard

      Schön von euch zu hören! Ich erinnere mich noch gut an unser Treffen bei Marco und das gemeinsame Mittagessen. Richtet ihm einen herzlichen Gruss von uns aus. Ich habe ihn im März besucht, um den Wasserboiler auszutauschen. Wie ich auf euerer Seite gesehen haben, war auch auch euer nicht dicht!

      Im Februar haben wir uns übrigens in der Baja gekreuzt. Wir waren nordwärts unterwegs und ihr südwärts!

      Nach fast 2 Monaten quer durch Kalifornien und Oregon sind jetzt in Utah/Arizona, wo wir alle diese wunderbaren Parks besuchen. Im August treffen wir Freunde in Alaska und spätestens Mitte September sollten wir die USA verlassen, da mein Visum abläuft :(. Wir werden dann die Baja bereisen, bevor es nach Mexiko weitergeht. Wir wissen aber noch nicht genau, wann wir wir wo sein werden. Geht es bei euch direkt auf dem Festland weiter oder bleibt ihr noch in der Baja?

      Liebe Grüsse
      Felix

  2. Salü Felix
    Beste Grüsse von Marco, anscheinend warst du auch kürzlich zu Besuch bei ihm, mit einem neuen Boiler im Gepäck 😉
    In der Zwischenzeit seid ihr bereits wieder weit gereist. Wie war die Overland Expo in Flagstaff? Euer Camper wurde sicherlich viel bewundert!
    Zur Zeit sind wir die mexikanische Route am überdenken. Fahren Ende September baldmöglichst mit der Ladefähre zum Festland, der Chapla lockt, Rest ist noch ungewiss.
    Ja, unsere Kreuzung in der Baja, ging alles so schnell – nächstes Mal halten wir beide an, gell?!
    Alles Gute euch und ev. auf Wiedersehen
    Herzlich Sylvia und Richard

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